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Kurzfußball-Wetten legal: Was in Deutschland erlaubt ist — und was nicht

Ein Futsal-Ball liegt neben einem aufgeschlagenen deutschen Gesetzbuch auf einem Holztisch

Warum die Legalitätsfrage beim Kurzfußball besonders heikel ist

Die häufigste Frage, die mir zum Thema Kurzfußball-Wetten gestellt wird, ist nicht, wie man gewinnt, sondern ob das Ganze überhaupt erlaubt ist. Und das ist eine kluge Frage, denn beim Kurzfußball ist die Antwort verzwickter als bei jeder anderen Wettsportart, mit der ich zu tun habe. Vorab ein wichtiger Hinweis: Was hier folgt, ist meine Einordnung als langjähriger Praktiker in dieser Nische, keine Rechtsberatung. Wer eine verbindliche rechtliche Bewertung seines konkreten Falls braucht, muss eine Anwältin oder einen Anwalt fragen.

Der Grund für die Heikligkeit liegt in der Vielfalt des Kurzfußballs selbst. Unter diesem Sammelbegriff stecken sehr unterschiedliche Dinge: der von einem Sportverband organisierte Futsal mit klaren Regeln und offiziellen Wettbewerben auf der einen Seite und private Show- und Unterhaltungsformate wie die großen Kleinfeld-Ligen auf der anderen. Für die rechtliche Bewertung einer Wette macht dieser Unterschied alles aus, denn das deutsche Glücksspielrecht knüpft nicht an den Begriff Fußball an, sondern an eine sehr präzise Definition dessen, was überhaupt ein bewettbares Sportereignis ist.

Genau hier liegt der Kern. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 definiert Sportwetten als Wetten zu festen Quoten auf einen zukünftigen Vorgang während eines Sportereignisses, und ein Sportereignis ist dort ein sportlicher Wettkampf zwischen Menschen nach definierten Regeln. Diese eine Definition entscheidet darüber, welche Kurzfußball-Variante legal bewettbar ist und welche nicht, und sie erklärt, warum auf manche Formate Quoten existieren und auf andere nicht. Wer das verstanden hat, versteht das ganze Thema.

In diesem Artikel gehe ich die Sache Schritt für Schritt durch. Ich kläre zuerst den rechtlichen Rahmen, dann was konkret legal bewettbar ist und bei wem, warum die populären Privatligen ausgeschlossen sind, woran man einen legalen Anbieter überhaupt erkennt, welche steuerlichen Pflichten gelten und welche Spielerschutzvorgaben dahinterstehen. Das Tempo ist hier bewusst ruhig und die Formulierungen sind genau, denn bei Rechtsfragen ist Schludrigkeit das Letzte, was jemandem hilft.

Der rechtliche Rahmen durch den Glücksspielstaatsvertrag

Wenn ich erklären soll, warum das deutsche Wettrecht so funktioniert, wie es funktioniert, lande ich immer bei einem einzigen Dokument: dem Glücksspielstaatsvertrag, kurz GlüStV, in seiner Fassung von 2021. Dieser Vertrag zwischen den Bundesländern ist das Fundament, auf dem alles andere steht, und ohne ein Grundverständnis von ihm bleibt jede Diskussion über legale Wetten in der Luft hängen.

Der entscheidende Hebel des GlüStV ist, dass er nicht pauschal regelt, ob man wetten darf, sondern worauf. Hier kommt die schon erwähnte Definition ins Spiel: Sportwetten sind nach dem Vertrag Wetten zu festen Quoten auf einen zukünftigen Vorgang während eines Sportereignisses, und als Sportereignis gilt ein sportlicher Wettkampf zwischen Menschen nach definierten Regeln. Diese Formulierung klingt sperrig, ist aber das schärfste Werkzeug im ganzen System, weil sie eine klare Trennlinie zieht. Ein organisierter Wettkampf nach festen, anerkannten Regeln fällt darunter. Ein Format, das diese Kriterien nicht sauber erfüllt, fällt heraus, egal wie populär es ist.

Die genaue Auslegung dieser Sportereignis-Definition ist ein eigenes, dichtes Thema, das ich in meinem Detailartikel zur Sportereignis-Definition im Glücksspielstaatsvertrag ausführlich aufschlüssele. Für den Überblick hier reicht das Verständnis, dass diese Definition der Türsteher ist, der entscheidet, welches Format überhaupt in den legalen Wettmarkt hineinkommt. Sie ist kein bürokratisches Detail, sondern der Grund, warum es auf den DFB-Futsal Quoten gibt und auf die populären Kleinfeld-Showligen nicht.

Wichtig ist, dass der GlüStV nicht im luftleeren Raum operiert. Er schafft ein Erlaubnissystem, in dem ein Anbieter eine Lizenz braucht, um in Deutschland legal Sportwetten anbieten zu dürfen, und er bindet diese Erlaubnis an strenge Auflagen zu Spielerschutz, Werbung und Manipulationsprävention. Die zentrale Aufsichtsbehörde, die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, wacht über die Einhaltung dieser Regeln. Das gesamte Gebäude steht also auf zwei Säulen: einer präzisen Definition dessen, was bewettbar ist, und einem Lizenzsystem, das festlegt, wer es anbieten darf. Beide Säulen muss man kennen, um die Lage beim Kurzfußball richtig einzuordnen.

Eines sollte man dabei nie vergessen. Der GlüStV ist kein statisches Dokument, sondern Gegenstand laufender politischer und juristischer Auseinandersetzung. Was heute gilt, kann morgen anders ausgelegt oder angepasst werden, gerade bei jungen Formaten, für die es noch keine gefestigte Praxis gibt. Deshalb ist alles, was ich hier zur Rechtslage sage, eine Momentaufnahme und keine Garantie für die Zukunft. Wer auf der sicheren Seite sein will, prüft den aktuellen Stand, statt sich auf eine einmal gelesene Einordnung zu verlassen.

Kommen wir zum praktischen Kern: Was darf ich nun konkret legal bewetten, wenn es um Kurzfußball geht? Die Antwort ist erfreulich klar, sobald man die Definition aus dem vorigen Abschnitt anlegt. Legal bewettbar ist organisierter, verbandlich strukturierter Kurzfußball, der die Kriterien eines Sportereignisses erfüllt, und angeboten wird er ausschließlich von Anbietern mit deutscher Erlaubnis.

Das prominenteste Beispiel ist der klassische Futsal, wie er von Sportverbänden ausgetragen wird, von nationalen Ligen bis zu internationalen Turnieren. Diese Wettbewerbe folgen festen, anerkannten Regeln, werden von Verbänden organisiert und erfüllen damit die Sportereignis-Definition ohne Mühe. Wo ein lizenzierter Anbieter solche Wettbewerbe ins Programm nimmt, ist die Wette darauf legal. Der Haken ist nur, dass die Markttiefe bei diesen Nischenwettbewerben dünn bleibt, weil Futsal im Vergleich zum Rasenfußball ein Randthema ist.

In der Praxis heißt das, dass legale Kurzfußball-Quoten vor allem in bestimmten Zeitfenstern auftauchen. Rund um große internationale Futsal-Turniere öffnen die lizenzierten Anbieter ihr Angebot, weil dann die Nachfrage steigt und sich die Aufnahme ins Programm lohnt. In den ruhigen Phasen dazwischen schrumpft das legale Kurzfußball-Angebot oft auf wenige oder gar keine Märkte zusammen. Wer legal auf Futsal wetten will, muss dieses Auf und Ab kennen und akzeptieren, dass das Angebot nicht durchgehend verfügbar ist. Das ist kein Mangel an Seriosität, sondern eine logische Folge davon, dass ein Nischensport in einem von Rasenfußball dominierten Markt eben nur phasenweise im Rampenlicht steht.

Und genau hier wird die Größe des legalen Marktes zur eigentlichen Geschichte. Auf der Whitelist der Aufsichtsbehörde standen 2024 nur 34 legale Sportwetten-Webseiten von 30 lizenzierten Anbietern. Das ist die vollständige Liste der Adressen, bei denen man in Deutschland legal Sportwetten platzieren kann. Wer Kurzfußball legal bewetten will, bewegt sich also in einem überschaubaren, klar abgegrenzten Universum von Anbietern, und alles, was außerhalb dieser Liste liegt, ist eben nicht Teil des legalen Marktes. Diese Zahl im Kopf zu behalten ist der einfachste Schutz vor dem Abdriften in den Graubereich.

Hinter dieser Whitelist steht eine arbeitende Behörde, kein passives Register. Die Aufsicht bearbeitete 2024 insgesamt 230 Erlaubnis- und Änderungsanträge und beaufsichtigte 141 Anbieter. Das zeigt, dass die Lizenzvergabe ein laufender, geprüfter Prozess ist und kein einmaliger Stempel. Ein Anbieter auf der Whitelist hat ein Verfahren durchlaufen, in dem seine Eignung, sein Spielerschutz und seine Seriosität geprüft wurden, und er bleibt unter Aufsicht. Diese fortlaufende Kontrolle ist der eigentliche Wert einer Lizenz, denn sie bedeutet, dass jemand mit Befugnissen ein Auge auf den Anbieter hat.

Was bedeutet das für den Kurzfußball-Wettenden ganz konkret? Erstens, dass die Frage nach der Legalität immer zwei Teile hat: Ist das Format ein bewettbares Sportereignis, und ist der Anbieter lizenziert? Beide müssen erfüllt sein. Zweitens, dass die Auswahl an legalen Adressen klein und damit gut überschaubar ist, was die Orientierung erleichtert. Und drittens, dass legale Kurzfußball-Wetten zwar existieren, aber nicht überall und nicht auf jedes Format, sondern nur im Schnittfeld aus passendem Wettbewerb und lizenziertem Anbieter. Dieses Schnittfeld ist der sichere Raum, und außerhalb davon beginnt das Risiko.

Warum die populären Privatligen außen vor bleiben

Die Frage, die mir am häufigsten echte Enttäuschung bereitet, lautet sinngemäß: Warum kann ich auf diese riesige, überall präsente Kleinfeld-Liga eigentlich nicht wetten? Die Verärgerung ist verständlich, denn manche dieser Formate erreichen ein Millionenpublikum und wirken wie der naheliegendste Wettgegenstand der Welt. Trotzdem stehen sie nicht im Programm der legalen Anbieter, und der Grund liegt genau in der Definition, die ich weiter oben erklärt habe.

Der Befund ist eindeutig: Für die großen privaten Kleinfeld-Ligen gibt es in Deutschland keine Wettquoten, weil die Buchmacher die private Hobby- und Kleinfeldliga nicht ins Programm nehmen, und ein wesentlicher Grund dafür ist der Glücksspielstaatsvertrag, der genau regelt, worauf gewettet werden darf. Das ist keine Marktlaune und keine Frage mangelnder Nachfrage, sondern eine direkte Folge der Rechtslage. Die Anbieter lassen diese Formate nicht aus, weil sie sie nicht spannend fänden, sondern weil das Anbieten von Quoten darauf rechtlich heikel bis unzulässig wäre.

Um zu verstehen, warum, muss man die Sportereignis-Definition noch einmal anlegen. Ein Sportereignis ist ein sportlicher Wettkampf zwischen Menschen nach definierten Regeln. Bei verbandlich organisiertem Futsal ist das unzweifelhaft erfüllt. Bei privaten Show- und Unterhaltungsformaten dagegen verschwimmt die Grenze. Wenn ein Format stark von Show-Elementen, Sonderregeln, prominenten Teilnehmern und Unterhaltungscharakter geprägt ist, stellt sich die Frage, ob es noch ein sportlicher Wettkampf nach definierten Regeln im Sinne der Definition ist oder eher ein Unterhaltungsprodukt. Diese Unschärfe reicht aus, damit lizenzierte Anbieter, die viel zu verlieren haben, die Finger davon lassen.

Dazu kommt ein zweiter, oft unterschätzter Punkt: der Manipulationsschutz. Ein zentrales Anliegen des Glücksspielrechts ist, dass bewettbare Wettbewerbe vor Manipulation geschützt sind, also klare Strukturen, Aufsicht und Integritätsmechanismen haben. Bei etablierten Verbandswettbewerben existieren solche Strukturen. Bei jungen Privatligen, die organisatorisch eigene Wege gehen, sind sie oft nicht im gleichen Maße gegeben oder zumindest nicht in einer Form, auf die sich ein lizenzierter Anbieter verlassen würde. Die Kombination aus unklarer Einordnung als Sportereignis und fehlender etablierter Integritätsstruktur macht diese Formate für den legalen Wettmarkt schlicht unzugänglich.

Daraus folgt eine unbequeme, aber wichtige Wahrheit. Wenn irgendwo doch Quoten auf eine solche Privatliga auftauchen, dann praktisch nie bei einem deutschen Lizenzanbieter, sondern im Graubereich. Das ist kein Schnäppchen und kein Geheimtipp, sondern ein deutliches Warnsignal. Die Abwesenheit legaler Quoten auf diese Formate ist kein Versehen des Marktes, das ein cleverer Anbieter ausnutzt, sondern die korrekte Anwendung des Rechts. Wer das verstanden hat, deutet ein Quotenangebot auf eine populäre Privatliga richtig: als Hinweis darauf, dass man gerade den legalen Markt verlassen hat.

Wie sich legale von illegalen Anbietern unterscheiden

Wenn ich jemandem nur einen einzigen Rat zum sicheren Wetten geben dürfte, wäre es dieser: Kümmere dich zuerst um den Anbieter, dann um die Wette. Denn der gefährlichste Fehler im gesamten Kurzfußball-Wetten ist nicht eine schlechte Tippentscheidung, sondern das versehentliche Landen bei einem illegalen Anbieter. Und dieses Risiko ist real und groß, wie ein Blick auf die Zahlen sofort zeigt.

Das Verhältnis zwischen legalem und illegalem Angebot ist erschreckend schief. Die Zahl illegaler deutschsprachiger Sportwetten-Webseiten stieg binnen eines Jahres um 36 Prozent, von 281 auf 382 Seiten, und das Verhältnis von legal zu illegal beträgt rund eins zu elf. Anders gesagt: Auf jede legale Adresse kommen ungefähr elf illegale. Wer ohne Prüfung im Netz nach Kurzfußball-Quoten sucht, hat statistisch eine sehr hohe Chance, bei einem illegalen Angebot zu landen, einfach weil es so viel mehr davon gibt. Das ist keine theoretische Gefahr, sondern die schlichte Marktrealität.

Und der illegale Markt ist nicht nur größer, sondern auch breit aufgestellt. Die Aufsichtsbehörde registrierte im illegalen Bereich 858 deutschsprachige Glücksspielseiten von 212 Veranstaltern ohne Erlaubnis. Diese Anbieter werben oft professionell, wirken seriös und sind auf den ersten Blick kaum von einem legalen Angebot zu unterscheiden. Genau diese Tarnung ist das Problem: Ein illegaler Anbieter sieht selten aus wie eine zwielichtige Hinterhof-Seite, sondern wie ein moderner, glänzender Wettanbieter. Das Auge allein schützt nicht, man braucht ein verlässliches Prüfkriterium.

Dieses Kriterium ist die Lizenz, und sie lässt sich überprüfen. Ein in Deutschland legaler Anbieter steht auf der offiziellen Whitelist der Aufsichtsbehörde, weist seine Erlaubnis transparent aus und unterwirft sich den deutschen Spielerschutzregeln, zu denen ich gleich noch komme. Wer einen Anbieter nutzen will, gleicht ihn mit der offiziellen Liste der lizenzierten Anbieter ab, statt sich auf Werbeversprechen oder ein schickes Design zu verlassen. Das kostet ein paar Minuten und ist der wirksamste Selbstschutz, den es in diesem Bereich gibt.

Warum das alles so wichtig ist, bringt der Präsident des Deutschen Sportwettenverbands auf den Punkt, wenn er mit Blick auf Großereignisse sagt, dass anlässlich der Fußball-EM viele Interessierte Wettkonten eröffnen und es deshalb umso wichtiger ist, dass Spielende in den legalen Markt gelenkt werden. Diese Lenkung in den legalen Markt ist genau das Ziel des ganzen Systems, und sie funktioniert nur, wenn der einzelne Wettende mitspielt und bewusst die legale Adresse wählt. Beim Kurzfußball, wo die legalen Quoten ohnehin rar sind, ist die Versuchung besonders groß, ins illegale Angebot abzudriften, nur weil dort vielleicht mehr im Programm steht. Genau dieser Versuchung muss man widerstehen, denn der vermeintlich größere Markt im Graubereich ist die schlechteste aller Optionen.

Wettsteuer und welche Pflichten dazugehören

Ein Aspekt, den Einsteiger fast immer übersehen, ist die Steuer, und sie übersehen ihn so lange, bis sie sich wundern, warum vom erwarteten Gewinn weniger übrig bleibt als gedacht. Die Wettsteuer ist kein Detail am Rande, sondern ein fester Bestandteil jeder legalen Wette in Deutschland, und wer langfristig wetten will, muss sie von Anfang an einkalkulieren.

Die Eckdaten sind klar: In Deutschland wird auf Sportwetten eine Wettsteuer von 5,3 Prozent auf den Einsatz erhoben, zuvor waren es 5 Prozent. Entscheidend ist die Bezugsgröße. Die Steuer fällt auf den Einsatz an, nicht erst auf den Gewinn, was bedeutet, dass sie unabhängig vom Ausgang der Wette greift. Bei einem Einsatz von 100 Euro reden wir über 5,30 Euro Steuer, und diese Summe schmälert die effektive Rendite jeder einzelnen Wette, lange bevor von Gewinn oder Verlust überhaupt die Rede ist.

Wie genau diese Steuer abgezogen wird, hängt vom Anbieter ab, und auch das sollte man kennen. Manche legalen Anbieter ziehen die Steuer direkt vom Einsatz ab, sodass effektiv weniger als der eingezahlte Betrag im Spiel ist. Andere ziehen sie vom Gewinn ab, und wieder andere übernehmen sie als Marketinginstrument selbst, was die Wette für den Kunden attraktiver macht. Für den Wettenden ist wichtig, vor der Wette zu wissen, welches Modell der jeweilige Anbieter nutzt, weil es den tatsächlichen Wert der Quote verändert. Beim Kurzfußball mit seinen ohnehin dünneren Quoten und höheren Margen fällt dieser Steuereffekt prozentual stärker ins Gewicht als im breiten Rasenfußballmarkt, was die genaue Kalkulation umso wichtiger macht.

Die Steuerpflicht ist dabei untrennbar mit der Legalität verbunden, und das ist ein Punkt, den man kaum überschätzen kann. Ein legaler, lizenzierter Anbieter führt die Wettsteuer ordnungsgemäß ab und macht das transparent. Ein illegaler Anbieter, der außerhalb des Systems operiert, lockt unter Umständen mit scheinbar besseren Konditionen, gerade weil er die Steuer und andere Pflichten umgeht. Was wie ein Vorteil aussieht, ist in Wahrheit ein weiteres Erkennungsmerkmal eines illegalen Angebots. Wer auffällig steuerfreie oder regelbefreite Konditionen sieht, sollte das nicht als Schnäppchen verbuchen, sondern als Alarmsignal. Die ordnungsgemäße Steuer ist Teil dessen, was eine legale Wette ausmacht, und ihr Fehlen ist kein Bonus, sondern ein Risiko.

Die verpflichtenden Spielerschutz-Vorgaben

Zum Abschluss komme ich zu dem Teil, der in Quoten- und Strategiediskussionen am häufigsten untergeht und der mir trotzdem am wichtigsten ist: dem Spielerschutz. Er ist kein freiwilliges Extra, das ein netter Anbieter obendrauf legt, sondern eine verpflichtende Säule des legalen Systems, und beim schnellen, reizintensiven Kurzfußball ist er besonders relevant.

Das sichtbarste Element dieses Schutzes ist das bundesweite Spielersperrsystem. Es verzeichnete im September 2025 exakt 344.680 aktive Sperren, mehr als das Dreifache gegenüber Januar 2022 mit damals 105.904. Dieses System erlaubt es Spielenden, sich selbst zu sperren oder gesperrt zu werden, und jeder legale Anbieter ist verpflichtet, es abzufragen und gesperrte Personen abzuweisen. Der enorme Anstieg der Sperren zeigt zweierlei: dass das Instrument tatsächlich genutzt wird und dass der Bedarf an Schutz real und wachsend ist. Ein illegaler Anbieter fragt dieses System nicht ab, was bedeutet, dass eine selbst verhängte Sperre dort ins Leere läuft, und genau das macht das Abdriften in den Graubereich für gefährdete Personen so fatal.

Neben der Sperrmöglichkeit umfasst der verpflichtende Spielerschutz weitere Bausteine: Einzahlungslimits, die verhindern, dass jemand mehr einsetzt, als er sich leisten kann, Hinweise auf Risiken und Hilfsangebote sowie Mechanismen, die exzessives Spielverhalten erkennen sollen. All das sind keine Kann-Bestimmungen, sondern Auflagen, an die eine Lizenz gebunden ist. Wer bei einem legalen Anbieter wettet, bewegt sich also in einem System, das von Gesetzes wegen Bremsen eingebaut hat, während der illegale Markt diese Bremsen schlicht weglässt.

Gerade beim Kurzfußball möchte ich diesen Punkt mit Nachdruck unterstreichen. Die hohe Schlagzahl der torreichen Formate und die Verlockung der Live-Wette erzeugen einen Sog, der bei keinem anderen Format so stark ist. Wer in dieser Dynamik den Halt verliert, ist im legalen System wenigstens von Schutzmechanismen umgeben, die greifen können. Im illegalen Angebot gibt es diese Mechanismen nicht, und genau dort entfaltet der Sog seine zerstörerische Wirkung am ungehindertsten. Die Entscheidung für einen legalen Anbieter ist deshalb nicht nur eine Rechtsfrage, sondern eine Frage des Selbstschutzes. Sie ist die wichtigste Einzelentscheidung, die ein Kurzfußball-Wettender trifft, und sie steht aus gutem Grund am Ende dieses Artikels, denn sie ist die Grundlage, auf der alles andere überhaupt erst sinnvoll wird.

Ist es strafbar, von Deutschland aus auf nicht zugelassene Kurzformat-Ligen zu wetten?

Das deutsche Glücksspielrecht zielt vor allem auf die Anbieter ohne Erlaubnis, deren Angebot illegal ist; für die einzelne wettende Person ist die Lage komplexer und vom Einzelfall abhängig. Klar ist, dass das Wetten bei einem nicht zugelassenen Anbieter den geschützten legalen Rahmen verlässt, samt aller Risiken bei Auszahlung, Spielerschutz und Rechtsdurchsetzung. Eine verbindliche strafrechtliche Bewertung des eigenen Falls kann nur eine Anwältin oder ein Anwalt geben. Dieser Text ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung.

Woran erkennt man einen in Deutschland lizenzierten Anbieter?

Das verlässlichste Merkmal ist die Eintragung auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, denn nur dort gelistete Anbieter besitzen eine deutsche Erlaubnis. 2024 standen darauf nur 34 legale Sportwetten-Webseiten von 30 Anbietern. Ein legaler Anbieter weist seine Erlaubnis transparent aus, bindet das Spielersperrsystem ein und führt die Wettsteuer ordnungsgemäß ab. Ein schickes Design oder professionelle Werbung sind dagegen kein Beweis für Legalität, weil auch illegale Anbieter seriös auftreten.

Gilt die deutsche Wettsteuer auch für Futsal-Wetten?

Ja. Die Wettsteuer von 5,3 Prozent auf den Einsatz gilt für alle bei legalen Anbietern platzierten Sportwetten in Deutschland, unabhängig von der Sportart, also auch für Futsal und andere bewettbare Kurzformate. Wie die Steuer konkret verrechnet wird, ob vom Einsatz, vom Gewinn oder vom Anbieter selbst getragen, unterscheidet sich je nach Anbieter und sollte vor der Wette geklärt werden. Bei den ohnehin dünneren Kurzfußball-Quoten fällt der Steuereffekt prozentual stärker ins Gewicht als im breiten Rasenfußballmarkt.

Erstellt von der Redaktion von „Kurzfußball Wettanbieter”.

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